Zwei Windkraftanlagen (größtmögliche Modelle) mit einer Höhe von 199,5 m, Rotordurchmesser 149,1 m, in Schwerte – Ergste von der Firma ABO Wind AG beantragt! Eine erste Sicht der WÄHLERVEREINIGUNG FÜR SCHWERTE (WfS)

Zwei Windkraftanlagen mit einer Höhe von 199,5 m und 690 m Abstand zur Wohnbebauung in Schwerte – Ergste von der Firma ABO Wind AG beantragt!

Eine erste Sicht der WfS /// Sondersitzung des Rates der Stadt Schwerte am 13. August 2020 um 17.00 Uhr

Die Nachfrage nach Windkraftanlagen beschäftigt uns schon einige Zeit in Schwerte. Grundsätzlich sind wir von der WfS nicht gegen Windkraft, nur es muss zumutbar und am geeigneten Standort sein, was ich persönlich für Schwerte-Ergste nicht erkennen kann.

Ich wünschte man hätte uns nicht in der Ferienzeit mit diesem Thema überfallen, sondern eine offene Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, sowie der örtlichen Politik ermöglicht. Zudem ist Schwerte lediglich aufgefordert mit dem Kreis Unna ein Einvernehmen herzustellen, das heißt Abwägungspunkte zu liefern, sich aber aus Entscheidungen herauszuhalten (aus der Entfernung im Kreis und über die Köpfe hinweg entscheidet es sich leicht). So geht man nicht mit Menschen um, so verkürzt man Demokratie, – das kenne ich aus guten Bauleitverfahren auch anders!

Es gibt u. a. folgende Fragen vor deren Klärung die Antreibenden des Verfahrens eigentlich keine Angst haben sollten, weil Beteiligung ein Baustein für sozialen Frieden ist:

Warum gibt es keine ehrliche Zumutbarkeitsprüfung?
Natur & Umwelt: Wie sieht es mit geschützten Arten aus unabhängiger Begutachtung aus?
Warum ist es Mehrheits-Politik und Verwaltung nicht gelungen Windvorrangzonen (Konzentrationszonen) auszuweisen? Hier hätten nach meiner Information 1500 m Abstand Geltung.
Kann man nicht auch siedlungsverträglich deutlich kleinere Windräder mit gutem Abstand zur Siedlung errichten (mehrere kleine anstelle eines übergroßen)?
Wo ist hier der Profit für Schwerte?
Warum wählt man nicht Bürgerstrommodelle? – Das muss übrigens nicht auf Schwerter Stadtgebiet stattfinden, das ginge mit erklärtem politischem Willen der großen Politik auch ortsfern, wenn solche Standorte besser geeignet sind!
Wozu haben wir Stadtwerke, die doch Bürgerstrommodelle in angemessenen Größenordnungen auf dem Stadtgebiet anbieten könnten – oder wie oben angedacht auch unter Beteiligung an unstreitigen Standorten, entlastend weiter weg von Schwerte.
Wäre es nicht angemessen Entschädigungszahlungen für betroffene Bürgerinnen und Bürger in Rede zu bringen?

Man fragt sich, ob es eine bürgerfreundliche Lösung überhaupt geben kann, was vor dem Hintergrund massiver wirtschaftlicher Interessen und Demokratie minimierender Gesetzesvorgaben leider nicht einfach sein wird!

Abschließend gibt es für mich persönlich, unabhängig der Fragestellung noch eines grundsätzlich zu bemerken: Der Mensch, sein schützenswertes Wohnumfeld und seine natürlichen Lebensgrundlagen sollten nach meiner Auffassung Vorrang haben!

Andreas Czichowski
WfS Fraktionsvorsitzender, Dipl-Biol.

1 Kommentar
  1. Thomas Keuthen
    Thomas Keuthen sagte:

    Die Windkraftanlagen in der vorgesehenen Größe / Höhe emittieren Schall weit über die Schwerter, insbes. Ergster und Villigster Wohngebiete hinaus.
    Die Windrose für Schwerte belegt die deutliche Belastung dieser Stadtteile.
    Die Bundesanstalt für Geowissenschaften hat bereits vor Jahren ermittelt, dass Anlagen von 120 m Nabenhöhe und 115 m Rotordurchmesser noch in 11 km zu einer Schallbelastung führen, die das Hintergrundgeräusch (ca. 50 dB) übertreffen. Vor diesem Hintergrund und auch unter Berücksichtigung der Gefahrenmomente, die bereits von Herrn Weist (siehe Beitrag) angesprochen sind, sehe ich die Genehmigungsfähigkeit der (noch größeren) Anlagen unter Einschluss der Iserlohner Planung als nicht gegeben an.
    Für die gesamte Stadt würde das Landschaftsbild auf Grund der besonders hohen Anlagen und Blinklichter (bes. in der Nacht) erheblich beeinträchtigt. Man müßte sich schon sehenden Auges über gravierende Genehmigungshindernisse hinwegsetzen. Wenn das geschehen sollte, müssen Entschädigungsregelungen für die Betroffenen aber auch für die Gemeinschaft angemeldet werden. Mit 50 % für die Stadtkasse können wir die Jugendarbeit fördern, die von der Umweltbeeinträchtigung der Gegenwart am meisten betroffen ist. Das Wort Emissionshandel ist ja als legales Mittel in der Verwaltung nicht unbekannt.
    Andererseits sollten wir zur Nutzung der Windkraft auf kleine private Anlagen setzen, die keine Immissionssorgen entstehen lassen, aber trotzdem Energie abwerfen.
    Th. Keuthen, Dipl.-Ing.

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